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Aus für BioWare: EA stoppt Mass Effect und streicht 400 Stellen

Nach mehr als 30 Jahren ist Schluss: Electronic Arts macht das Rollenspiel-Studio BioWare dicht und beendet die Arbeit am nächsten Mass Effect. Insgesamt fallen bei EA rund 400 Stellen weg. Es ist der erste große Einschnitt, seit der Publisher an ein Konsortium um den saudischen Staatsfonds verkauft wurde.

Die BioWare-Gründer Ray Muzyka (links, kariertes Sakko) und Greg Zeschuk (rechts, Vollbart) stehen an einem Rednerpult auf einer blau beleuchteten Bühne. Muzyka hält eine Auszeichnung in der Hand.
Die BioWare-Gründer Ray Muzyka (links) und Greg Zeschuk erhielten 2013 den Preis für ihr Lebenswerk. Das Studio hatten beide da schon verlassen. Foto: Official GDC, Lizenz: CC BY 2.0 (creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de)

Update, 26.10.2026, 22:49 Uhr: Dachzeile hinzugefügt

Electronic Arts hat am Mittwoch, 21. Oktober 2026, das Aus für BioWare verkündet. Das Studio im kanadischen Edmonton wird geschlossen, die frühe Entwicklung des nächsten Mass Effect endet. BioWare bestätigte die Nachricht selbst in den sozialen Medien und beschrieb sich dort als „mehr als ein Studio“.

Zuerst hatte Bloomberg-Reporter Jason Schreier über ein internes Schreiben berichtet. Darin erklären EA-COO David Tinson und Studiochef Cam Weber, man habe das eigene Geschäft in den vergangenen Monaten genau geprüft. Ob EA vorher versucht hat, BioWare oder dessen Marken zu verkaufen, ist nicht bekannt.

400 Stellen – nicht nur bei BioWare

Insgesamt streicht EA laut Bloomberg rund 400 Stellen, etwa drei Prozent der Belegschaft. Bei BioWare selbst trifft es nur noch etwa 50 Beschäftigte, denn das Studio war schon in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Die übrigen rund 350 Stellen fallen laut Eurogamer und Rock Paper Shotgun in anderen EA-Studios weg, darunter Die-Sims-Entwickler Maxis, Iron-Man-Studio Motive, Skate-Entwickler Full Circle, Ripple Effect und Respawn.

Worauf EA sich künftig konzentrieren will, steht ebenfalls im Schreiben: Sportspiele, Apex Legends, Battlefield, das nächste Star Wars Jedi und das Iron-Man-Spiel von Motive. Zudem sollen Respawn und DICE gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Mehrere Medien berichten, dass es sich um Star Wars: Battlefront 3 handelt – offiziell bestätigt ist das nicht.

Erster großer Schnitt nach dem Milliarden-Deal

Die Schließung kommt rund zwei Monate, nachdem EA seinen Verkauf abgeschlossen hat. Für rund 55 Milliarden US-Dollar hat ein Konsortium aus dem saudischen Staatsfonds PIF, dem Finanzinvestor Silver Lake und Affinity Partners den Konzern übernommen und von der Börse genommen. Der kreditfinanzierte Deal hat EA laut VGC rund 18 Milliarden US-Dollar Schulden eingebracht.

Gegenüber seinen Geldgebern hatte EA angekündigt, die Kosten um 700 Millionen US-Dollar pro Jahr zu senken. BioWare ist das bislang bekannteste Opfer dieses Sparkurses.

Von Baldur’s Gate bis The Veilguard

BioWare wurde 1995 unter anderem von den Ärzten Ray Muzyka und Greg Zeschuk gegründet. Das Studio prägte das westliche Rollenspiel mit Baldur’s Gate, Neverwinter Nights, Star Wars: Knights of the Old Republic sowie den Reihen Dragon Age und Mass Effect. 2007 übernahm EA das Studio.

Im vergangenen Jahrzehnt lief es deutlich schlechter. Mass Effect: Andromeda (2017) stieß auf viel Kritik, der Online-Shooter Anthem floppte und wurde abgeschaltet. Dragon Age: The Veilguard bekam 2024 überwiegend gute Wertungen, verfehlte laut Schreier aber die Verkaufsziele von EA. Danach wurde BioWare weiter verkleinert.

So hätte das nächste Mass Effect aussehen können

Angekündigt hatte BioWare den neuen Teil bereits im Dezember 2020. Noch im November 2025 versicherte Projektleiter Mike Gamble, EA stehe weiter hinter dem Spiel. Einen Tag nach der Schließung tauchte ein internes Trailer-Video auf, das Schreier als echt bestätigte.

Das Video läuft unter dem Namen Mass Effect Universe und besteht aus Material aus der Vorproduktion. Es deutet eine Agenten-Geschichte in der Milchstraße an, die nach dem Reaper-Krieg der Original-Trilogie spielt. Auch Liara T’Soni ist zu sehen.

Wie es mit Mass Effect und Dragon Age weitergeht

Was aus den Marken wird, ist offen. EA hat bisher nicht gesagt, ob ein anderes Studio Mass Effect oder Dragon Age fortführt. Die geplante Mass-Effect-Serie von Amazon MGM Studios ist laut IGN nicht betroffen und weiter in Arbeit.

Mike Gamble, der nach eigenen Worten 17 Jahre bei BioWare war, bat auf X um Jobangebote für sein Team. Für jedes Mitglied werde er sich persönlich verbürgen.

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